März 2017

Franziska Windisch

Release & Ausstellung

"CORROSION"

Eröffnung: Freitag 24.03.2017, 18.00 - 21.00 Uhr
Installation: 25. bis 26.03.2017, 15.00 - 18.00 Uhr

Franziska Windisch

Wenn in Wasser gelöstes Salz und Kupfer aufeinander treffen, lösen sich Elektronen aus den Bindungen der Moleküle und es entsteht eine niedervoltige Spannung, die wiederum empfindsam gegenüber äußeren Einflüssen wie z.B Druck sein kann. Die Annahme „Everything in transformation is sensitive“ wird in der 20-minütigen Sound Lecture überprüft und hörbar gemacht. CORROSION, nun als 12" Vinyledition auf dem Kölner Label apparent extent veröffentlicht, kreist um Batterien, Zersetzung, Energieaustausch und dem Verhältnis von Intensität und Sensibilität. Das Release findet in Form einer dreitägigen Ausstellung in der Moltkerei Werkstatt, Köln statt.

The 12 inch LP CORROSION (published by apparent extent) listens into electrochemical processes between metals and saltwater and contemplates on batteries, decomposition and the relation between intensity and sensitivity. The release event is accompanied by an experimental installation setup.

 

 

Donnerstag, 30.03.2017, 19.00 bis 21.00 Uhr
Friedrich Gauwerky, Klangperformance

Photografin: Astrid Karger

Projektbeschreibung Konzert in der Moltkerei Köln am 30.03.2017

Yun  100
„Hommage a Isang Yun“
Werke für Violoncello solo mit Friedrich Gauwerky
Aus Anlaß des 100. Geburtstages von Isang Yun in 2017 werden in einem Konzert mit Werken für Violoncello solo wesentlich erscheinende Cello-Kompositionen von Yun denen von 2 seiner Zeitgenossen sowie seinem ehemaligen Schüler, dem Australier Michael Whitiker , gegenübergestellt . Das Cello war ja Yuns ureigenstes Instrument , hat er es doch selber vorzüglich beherrscht. Die große Bandbreite  seines Schaffens wird umfaßt durch das frühe avantgardistische Virtuosen-Werk „Glissees“ und die beiden verklärt wirkenden Etüdenwerke, die Yun kurz vor seinem Tod geschrieben hat. Dem gegenübergestellt werden Cello-Kompositionen von Yuns Zeitgenossen Bernd Alois Zimmermann und Karlheinz Stockhausen sowie ein Werk seines ehemaligen Schülers Michael Whitiker, der lange Zeit in Deutschland gelebt hat, und dessen Werk „If Buifs“  von Gauwerky uraufgeführt wurde.
 
 
Hier das Programm in der Übersicht:
 

Isang Yun : "Glissees" (1970) 14 min.
                      „Etude Nr. 1“ (1993)  4 min.
Michael Whitiker: "if buifs" (1980/83)  7 min.
Karlheinz Stockhausen/Friedrich Gauwerky: Drei Stücke aus „Amour“ (1976/2013) 9 min.
           „Sei wieder fröhlich!“
           „Dein Engel wacht über Dir“
           „Ein Vöglein singt an Deinem Fenster“
Bernd Alois Zimmermann: „Sonate für Cello solo“ (1960) 15 min.
          Rappresentazione – fase – tropi – spazi - Versetto
Isang Yun: Etude Nr. 5 (1993) 7 min.
 
F. G., 10.3.2017

 

April 2017

Studenten der Universität zu Köln

Photoinstallationen

C-Print, gerahmt, hinter Glas? 

Didar Aras, Linnea Austermann, Jordis Dornheim, Paula Geier, Mareen Jansen, Mischa Kretschmann, Sandra Lorenzen, Luise Menne, Louisa Peters, Theresa Radtke, Maren Rothe, Lisann Wagner, Nina Weigert, Franziska Wilke, Stephanie Winz, Bengisu Yildirim

Eröffnung: 20.04.2017, 18.00 bis 21.00 Uhr

Installation: 21.04 bis 28.4.2017

 

Mai 2017

Kathrin Rabenort
"Speaking Chinese"
Eröffnung: 11.05.2017, 19. 00 Uhr bis 21.00 Uhr
Installation: 12.05 bis 28.05.2017

„Speaking Chinese“
raumbezogene Installation, Fotografien, Objekte und auditive Elemente
vom 12.05.2017 - 28.05.2017

Das chinesische Security-Uniformen in Shanghai zwar genauso aussehen wie Polizeiuniformen, aber keine sind, fand Kathrin Rabenort in der ersten Woche ihrer zweimonatigen Residency an der China Academy of Art heraus.
Zuerst überrascht und etwas irritiert von der Omnipräsenz der Uniformen wurden sie mit der Zeit zur alltäglichen Selbstverständlichkeit. Kontrollen vor- und nach jeder Metronutzung und Präsenz an Straßeneingängen, vor jedem Gebäudekomplex und nicht zuletzt auf Kunstmessen und Galerieeröffnungen prägen das Stadtbild von Shanghai.
„China ist da sicherste Land der Welt“, wurde der Künstlerin erklärt. Und sie stellte die Rückfrage ob Sicherheit und Kontrolle nicht zwei Seiten einer Medaille sind?
Rabenort begann die Security (teils verbotener Weise) zu fotografieren und besonders die uniformierte weibliche Metro-Security war erfreut über die unge-wohnte Aufmerksamkeit und posierte heimlich.

In ihrer Ausstellung in der Moltkerei präsentiert Rabenort erste Ergebnisse ihres Aufenthaltes und entwickelt aus verschifften Original-Uniformen eine raumfüllende und begehbare Installation die sie konkret auf die Architektur der Moltkerei bezieht.
Ergänzend entwickelt Rabenort Wandobjekte und Skulpturen aus Uniformelementen, z.B. Batches oder Kappen und benutzt sie als Materialmasse.

Der Ausstellungstitel „Speaking Chinese“ entwickelte Rabenort schon in Shanghai: oft blieben Sprache, und Sprachklang, der deutsch-chinesischen Übersetzungshilfe zum Trotz, ein Geheimnis. Bei kurzen prägnanten sprachlichen Vorgaben über-raschte die lange chinesische Übersetzung des Dolmetschers und gleichzeitig amüsierte es Rabenort, wenn auch die chinesische Verständigung untereinander sehr vieldeutig verlief.

Sprachklang und Rhythmus waren überdeutlich und gerade diesem Rhythmus begegnete die Künstlerin im chinesischen Alltag immer wieder. In „Speaking Chinese“ wird dieser Rhythmus zum verbindenden Element zwischen den stofflichen und auditiven Arbeiten Rabenorts.
Auditive Mitschnitte von wiederkehrenden Alltagsgeräuschen und Sprache bilden so ein Ausstellungselement, das die stofflichen Objekte und Installation ergänzt.

Rabenort entwickelt in „Speaking Chinese“ einen humorvollen Spannungsbogen zwischen Individuum und normierender Kleidung, der schon aus ihrer Schuluniform-Serie “…sed vitae discimus” bekannt ist, die in der Moltkerei gezeigt wurde.

Ermöglicht wurde der Shanghai-Aufenthalt durch das Goetheinstitut Shanghai, die China Academy of Art, Shanghai und dem Kulturamt Köln.

Kathrin Rabenort

Juni 2017

Stefan Bücher
Eröffnung: Donnerstag, .22.06.2017, 19.00 bis 21.00 Uhr
Installation: 23.06 - 01.07.2017

Raum-Parameter
Räume, in denen Kunst stattfindet, ausgestellt und betrachtet werden kann, sind besondere Räume.
Immer wieder werden sie auf ihre Dimensionen und Geometrie wie Deckenhöhe und Raumbreite, Wandfläche und Blickwinkel von Künstlern und Kuratoren untersucht. Immer wieder ändert sich mit den einziehenden Kunstwerken die Perspektive, unter der diese Betrachtungen stattfinden.
Besucht man eine Ausstellung, so trifft man manchmal auf Objekte, die sich in den Raumecken den Blicken zu entziehen, zumindest aber nicht von den anderen Exponaten abzulenken versuchen. Nur ein gelegentliches Klicken lenkt dann doch einmal die Aufmerksamkeit des Betrachters auf den kleinen, oft verglasten Kästen, in denen man Papierwalzen und zitternde Zeiger entdecken kann. Sie protokollieren Luftfeuchtigkeit und Temperaturverlauf und verweisen damit auf eine Fülle von Raumeigenschaften, welche – soweit irgend möglich – in den Ausstellungsräumen kontrolliert und deren Übermaß zum Schutz der ausgestellten Objekte korrigiert werden sollen.
Verblendungen und UV-filternde Folien halten das natürliche Sonnenlicht fern, Bodenbewegungen werden vermieden oder „weggedämmt“, Klimaanlagen sorgen für gleichbleibende Temperatur und Luftfeuchtigkeit. All das geschieht aus gutem Grund, denn es gilt die Kunstwerke zu schützen und zu konservieren.
Dabei erweisen sich die Besucher einer Ausstellung als die größte Gefahrenquelle: Atmend, wärmend, auftretend und mit Blitzlichtern die Farben ausbleichend stören sie das feinjustierte Spiel der Raum-Parameter.
Anders hier! Der Raum ist offen für Besucher wie für Umwelteinflüsse. Die Exponate dieser Ausstellung sind auf genau die Schwankungen angewiesen, die einerseits von außen durch die Rhythmen der Tageszeit und die wechselnden Wetterbedingungen sowie andererseits von innen durch die Einflüsse der Besucher auf sie einwirken. Sie nehmen diese auf, um sie in Schwingungen oder allmähliche Veränderungen umzuwandeln. Fehlen solche Einflüsse, verlieren die Objekte wesentliche Eigenschaften und anders herum werden sie erst durch diese komplett.

August 2017

Rolf Steiner

Die Moltkerei als Werkstatt
Präsentation des Arbeitsergebnises: Donnerstag, 07.09.2017, 19.00 bis 21.00 Uhr

Szenisch-musikalische Lesung mit Rolf Steiner und Ramon Gorigoitia

Installation: 08. bis 10.09.2017

 

DER HIRTE DER ILLUSION

Ein Reigen
Ausgehend von dem Joyce’schen Buchtitel Portrait of the artist as a young man entstehen seit zwei Jahren in loser Folge fotografische Selbstportraits, deren Titel jeweils mit den Worten Portrait des Künstlers als… beginnen. Momentan haben sich etwa hundert Portraits angesammelt und weitere werden in den Räumen der Moltkerei folgen.
Im freien Spiel der Kräfte, im Ringelrein von Versuch und Irrtum kommt eins zum anderen: der Rahmen zu seinem Foto, das Foto zu seinem Text, der Titel zu seinem Foto, der Text zu seinem Rahmen, und so fort. Ein Stelldichein folgt dem anderen, alle Beteiligten finden zueinander, ab und an geschieht es unmittelbar, manchmal dauert es etwas länger, und in einzelnen Fällen wenn nicht heute, dann morgen.
Die Rahmen stammen aus zweiter Hand, sei es vom Sperrmüll, von einer Haushaltsauflösung oder vom Altwarenhändler. Zu einem Drittel rahmen sie bereits, bevor ihnen ein neuer Inhalt zugedacht wird, Kunstdrucke, Fotos, Urkunden und Freizeit-Gemälde, die jedoch, so lautet das Gesetz des Reigens, nicht entfernt werden dürfen, sondern mit dem jeweiligen, für den Rahmen bestimmten Portrait des Künstlers als zu arrangieren sind.

Ein Spiel mit den Illusionen

Was kommt mir da vor Augen, wenn ich über die Schulter auf mein vergangenes Leben blicke: ich sehe eine leere Bühne, auf die sich sogleich eine Flut von ungeordneten, aus vielen Lebensphasen stammenden Bildern und Szenen ergießt, ich höre einen vielstimmigen Chor, nein, ein Durcheinander lauter und leiser Stimmen, die sich da und dort chorähnlich zusammenrotten, kurz, ein tragikkomisches Chaos, das aber dann mehr und mehr in ein bis in die Gegenwart reichendes, selbstironisches Spiel mit den eigenen Rollen, Gemüts-zuständen, Eigentümlichkeiten und Wunschvorstellungen übergeht.

Installation

Die teils mit einer mechanischen Schreibmaschine beschrifteten oder auf sonstige Weise bearbeiteten Selbstportraits sollen, weder einer chronologischen noch einer thematischen Ordnung folgend, auf den Wänden der „Moltkerei“ verteilt werden. Einzelne kleine Rahmen stehen schräg auf einem aus der Wand ragenden Brett und betonen damit den durch die vielgestaltigen Rahmen bereits gegebenen Reliefcharakter der Bilderwände.
Wie die Titel bereits andeuten, haben die Portraits einen weitgespannten Hintergrund, der von philosophischen Überlegungen bis zum Kalauer reicht.
Etwa einem Drittel der Portraits sind Texte zugeordnet, die, Wolken gleich, die fotografischen Portraits durchziehen.

 

 

 

Mit freundlicher Unterstützung durch