April 2017

Eröffnung: 20.04.2017, 18.00 bis 21.00 Uhr

Installation: 21.04 bis 29.04.2017

C-Print, gerahmt, hinter Glas?!
 
Welche Bedeutung hat die Präsentationform für eine künstlerische Arbeit?
 
Studierende aus den Studiengängen Intermedia und Kunstpädagogik setzten sich ein halbes Jahr lang im Rahmen eines Seminars intensiv mit der Frage nach der Bedeutung und Auswirkung von Präsentationsformen auf Inhalt und Rezeption von künstlerischen Arbeiten auseinander. Dies untersuchten sie sowohl an bekannten künstlerischen Positionen als auch an ihren eigenen künstlerischen Arbeiten, wobei das Medium der Fotografie im besonderen Fokus stand.
 
‚C-Print, gerahmt, hinter Glas?!’ ist der Titel des im Wintersemester 2016/17 stattgefundenen Seminars an der Fakultät der Kunst und Kunsttheorie unter der Leitung von Olga Holzschuh.
 
Zur Sichtung der Ergebnisse laden wir, Didar Aras, Linnea Austermann, Jordis Dornheim, Paula Geier, Mareen Jansen, Mischa Kretschmann, Sandra Lorenzen, Luise Menne, Louisa Peters, Theresa Radtke, Maren Rothe, Lisann Wagner, Nina Weigert, Franziska Wilke, Stephanie Winz, Bengisu Yildirim und Olga Holzschuh Sie / euch herzlich zur Vernissage am 20. April 2017 um 18 Uhr in die Moltkerei Werkstatt ein.

Mai 2017

Kathrin Rabenort
"Speaking Chinese"
Eröffnung: 11.05.2017, 19. 00 Uhr bis 21.00 Uhr
Installation: 12.05 bis 28.05.2017

 

„Speaking Chinese“
raumbezogene Installation, Fotografien, Objekte und auditive Elemente
vom 12.05.2017 - 28.05.2017

Das chinesische Security-Uniformen in Shanghai zwar genauso aussehen wie Polizeiuniformen, aber keine sind, fand Kathrin Rabenort in der ersten Woche ihrer zweimonatigen Residency an der China Academy of Art heraus.
Zuerst überrascht und etwas irritiert von der Omnipräsenz der Uniformen wurden sie mit der Zeit zur alltäglichen Selbstverständlichkeit. Kontrollen vor- und nach jeder Metronutzung und Präsenz an Straßeneingängen, vor jedem Gebäudekomplex und nicht zuletzt auf Kunstmessen und Galerieeröffnungen prägen das Stadtbild von Shanghai.
„China ist da sicherste Land der Welt“, wurde der Künstlerin erklärt. Und sie stellte die Rückfrage ob Sicherheit und Kontrolle nicht zwei Seiten einer Medaille sind?
Rabenort begann die Security (teils verbotener Weise) zu fotografieren und besonders die uniformierte weibliche Metro-Security war erfreut über die unge-wohnte Aufmerksamkeit und posierte heimlich.

In ihrer Ausstellung in der Moltkerei präsentiert Rabenort erste Ergebnisse ihres Aufenthaltes und entwickelt aus verschifften Original-Uniformen eine raumfüllende und begehbare Installation die sie konkret auf die Architektur der Moltkerei bezieht.
Ergänzend entwickelt Rabenort Wandobjekte und Skulpturen aus Uniformelementen, z.B. Batches oder Kappen und benutzt sie als Materialmasse.

Der Ausstellungstitel „Speaking Chinese“ entwickelte Rabenort schon in Shanghai: oft blieben Sprache, und Sprachklang, der deutsch-chinesischen Übersetzungshilfe zum Trotz, ein Geheimnis. Bei kurzen prägnanten sprachlichen Vorgaben über-raschte die lange chinesische Übersetzung des Dolmetschers und gleichzeitig amüsierte es Rabenort, wenn auch die chinesische Verständigung untereinander sehr vieldeutig verlief.

Sprachklang und Rhythmus waren überdeutlich und gerade diesem Rhythmus begegnete die Künstlerin im chinesischen Alltag immer wieder. In „Speaking Chinese“ wird dieser Rhythmus zum verbindenden Element zwischen den stofflichen und auditiven Arbeiten Rabenorts.
Auditive Mitschnitte von wiederkehrenden Alltagsgeräuschen und Sprache bilden so ein Ausstellungselement, das die stofflichen Objekte und Installation ergänzt.

Rabenort entwickelt in „Speaking Chinese“ einen humorvollen Spannungsbogen zwischen Individuum und normierender Kleidung, der schon aus ihrer Schuluniform-Serie “…sed vitae discimus” bekannt ist, die in der Moltkerei gezeigt wurde.

Ermöglicht wurde der Shanghai-Aufenthalt durch das Goetheinstitut Shanghai, die China Academy of Art, Shanghai und dem Kulturamt Köln.

Kathrin Rabenort

Juni 2017

Stefan Bücher
Eröffnung: Donnerstag, .22.06.2017, 19.00 bis 21.00 Uhr
Installation: 23.06 - 01.07.2017

Raum-Parameter
Räume, in denen Kunst stattfindet, ausgestellt und betrachtet werden kann, sind besondere Räume.
Immer wieder werden sie auf ihre Dimensionen und Geometrie wie Deckenhöhe und Raumbreite, Wandfläche und Blickwinkel von Künstlern und Kuratoren untersucht. Immer wieder ändert sich mit den einziehenden Kunstwerken die Perspektive, unter der diese Betrachtungen stattfinden.
Besucht man eine Ausstellung, so trifft man manchmal auf Objekte, die sich in den Raumecken den Blicken zu entziehen, zumindest aber nicht von den anderen Exponaten abzulenken versuchen. Nur ein gelegentliches Klicken lenkt dann doch einmal die Aufmerksamkeit des Betrachters auf den kleinen, oft verglasten Kästen, in denen man Papierwalzen und zitternde Zeiger entdecken kann. Sie protokollieren Luftfeuchtigkeit und Temperaturverlauf und verweisen damit auf eine Fülle von Raumeigenschaften, welche – soweit irgend möglich – in den Ausstellungsräumen kontrolliert und deren Übermaß zum Schutz der ausgestellten Objekte korrigiert werden sollen.
Verblendungen und UV-filternde Folien halten das natürliche Sonnenlicht fern, Bodenbewegungen werden vermieden oder „weggedämmt“, Klimaanlagen sorgen für gleichbleibende Temperatur und Luftfeuchtigkeit. All das geschieht aus gutem Grund, denn es gilt die Kunstwerke zu schützen und zu konservieren.
Dabei erweisen sich die Besucher einer Ausstellung als die größte Gefahrenquelle: Atmend, wärmend, auftretend und mit Blitzlichtern die Farben ausbleichend stören sie das feinjustierte Spiel der Raum-Parameter.
Anders hier! Der Raum ist offen für Besucher wie für Umwelteinflüsse. Die Exponate dieser Ausstellung sind auf genau die Schwankungen angewiesen, die einerseits von außen durch die Rhythmen der Tageszeit und die wechselnden Wetterbedingungen sowie andererseits von innen durch die Einflüsse der Besucher auf sie einwirken. Sie nehmen diese auf, um sie in Schwingungen oder allmähliche Veränderungen umzuwandeln. Fehlen solche Einflüsse, verlieren die Objekte wesentliche Eigenschaften und anders herum werden sie erst durch diese komplett.

Juli 2017

Bettina Nampé, Philine Herrlein, Julius Schmiedel

Eröffnung: Donnerstag, 6.Juli um 18 - 21.00 Uhr
Ausstellungsdauer: 7. Juli – 15. Juli 2017
Finissage: Samstag, 15. Juli um 18 - 21.00 Uhr

N/OR

Weder Installation. Noch Performance.

Die Performerinnen Bettina Nampé und Philine Herrlein schaffen gemeinsam mit dem Lichtkünstler Julius Schmiedel eine Situation, in der sie die An- und Abwesenheit von Licht und Körpern so miteinander verweben, dass sie gegenseitig ihre Wesenhaftigkeit befragen.

Ihr zentrales Interesse liegt darauf, welche Projektionen unserer Wahrnehmung mit der Präsenz menschlicher Körper einhergehen und mit welchen Mitteln diese Projektionen verunsichert, unterlaufen oder bestärkt werden können. Der damit verbundenen Komplexität begegnen Sie mit dem Ansatz Körper zu vereinfachen – zum Ding werden zu lassen. Wie weit und auf welche Weise lässt sich die Eigenwahrnehmung der Performerinnen hin zu Struktur und Material verändern und wie infiziert dies das Erleben der Betrachter? Welche Qualität von Kontakt stellt sich ein, wenn Körper sich als Objekte begegnen?
Das Wesenhafte, das den Körpern entzogen wird, geht über in Reaktionen des Lichts, die undurchsichtig aber unverwandt mit der Situation verwoben sind. In permanenter Transformation begriffen, verfolgt das Licht ein Eigenleben, das die Regungen aller Anwesenden aufnimmt und so selbst zum betrachtenden Element wird. N/OR ist eine Situation, die sich fügt und regt.

August 2017

Rolf Steiner

Die Moltkerei als Werkstatt
Präsentation des Arbeitsergebnises: Donnerstag, 07.09.2017, 19.00 bis 21.00 Uhr

Szenisch-musikalische Lesung mit Rolf Steiner und Ramon Gorigoitia

Installation: 08. bis 10.09.2017

 

DER HIRTE DER ILLUSION

Ein Reigen
Ausgehend von dem Joyce’schen Buchtitel Portrait of the artist as a young man entstehen seit zwei Jahren in loser Folge fotografische Selbstportraits, deren Titel jeweils mit den Worten Portrait des Künstlers als… beginnen. Momentan haben sich etwa hundert Portraits angesammelt und weitere werden in den Räumen der Moltkerei folgen.
Im freien Spiel der Kräfte, im Ringelrein von Versuch und Irrtum kommt eins zum anderen: der Rahmen zu seinem Foto, das Foto zu seinem Text, der Titel zu seinem Foto, der Text zu seinem Rahmen, und so fort. Ein Stelldichein folgt dem anderen, alle Beteiligten finden zueinander, ab und an geschieht es unmittelbar, manchmal dauert es etwas länger, und in einzelnen Fällen wenn nicht heute, dann morgen.
Die Rahmen stammen aus zweiter Hand, sei es vom Sperrmüll, von einer Haushaltsauflösung oder vom Altwarenhändler. Zu einem Drittel rahmen sie bereits, bevor ihnen ein neuer Inhalt zugedacht wird, Kunstdrucke, Fotos, Urkunden und Freizeit-Gemälde, die jedoch, so lautet das Gesetz des Reigens, nicht entfernt werden dürfen, sondern mit dem jeweiligen, für den Rahmen bestimmten Portrait des Künstlers als zu arrangieren sind.

Ein Spiel mit den Illusionen

Was kommt mir da vor Augen, wenn ich über die Schulter auf mein vergangenes Leben blicke: ich sehe eine leere Bühne, auf die sich sogleich eine Flut von ungeordneten, aus vielen Lebensphasen stammenden Bildern und Szenen ergießt, ich höre einen vielstimmigen Chor, nein, ein Durcheinander lauter und leiser Stimmen, die sich da und dort chorähnlich zusammenrotten, kurz, ein tragikkomisches Chaos, das aber dann mehr und mehr in ein bis in die Gegenwart reichendes, selbstironisches Spiel mit den eigenen Rollen, Gemüts-zuständen, Eigentümlichkeiten und Wunschvorstellungen übergeht.

Installation

Die teils mit einer mechanischen Schreibmaschine beschrifteten oder auf sonstige Weise bearbeiteten Selbstportraits sollen, weder einer chronologischen noch einer thematischen Ordnung folgend, auf den Wänden der „Moltkerei“ verteilt werden. Einzelne kleine Rahmen stehen schräg auf einem aus der Wand ragenden Brett und betonen damit den durch die vielgestaltigen Rahmen bereits gegebenen Reliefcharakter der Bilderwände.
Wie die Titel bereits andeuten, haben die Portraits einen weitgespannten Hintergrund, der von philosophischen Überlegungen bis zum Kalauer reicht.
Etwa einem Drittel der Portraits sind Texte zugeordnet, die, Wolken gleich, die fotografischen Portraits durchziehen.

 

 

 

Mit freundlicher Unterstützung durch